Lausitzer Rundschau
Ein neues Gesicht im Reisecenter

Gundula Weishaupt verkauft seit Anfang Juli Fahrkarten / Bald auch wieder Fernreisetickets               09. Juli 2015

Weißwasser Kunden im Bahnhofs-Reisecenter in Weißwasser werden dort seit Anfang Juli von Gundula Weishaupt bedient. Eine erfahrene Kollegin arbeitet sie dort derzeit noch ein. Beide hoffen, ab Ende nächster Woche auch DB-Tickets für Fernreisen verkaufen zu können.

Ein neues Gesicht im Reisecenter  
Die ehemalige DB Reisecenter-Leiterin Angelika Bläck (r.) arbeitet Gundula Weishaupt ein. Foto: Preikschat
Am Anfang wartet gleich eine echte Herausforderung auf sie. Noch immer hat die Telekom die Internetleitung im Reisecenter nicht freigeschaltet. Noch immer können dort deshalb keine Fahrkarten zum Beispiel nach Berlin oder Dresden verkauft werden. Kunden zu vertrösten, macht deshalb derzeit einen großen Teil der Arbeit von Gundula Weishaupt aus.
Ende kommender Woche, sagt ihr Chef Frank Schwarzkopf vom Stadtverein Weißwasser, können hoffentlich wieder alle Kunden befriedigt werden. Bis dahin sollte die Internetverbindung hergestellt und neue Hardware installiert sein, um den Kunden Fernreisetickets verkaufen zu können.
"Wir werden dann wieder montags bis freitags geöffnet haben", so Schwarzkopf. Seit Mai habe er es im Kampf um den Internetanschluss mit neun verschiedenen Telekom-Mitarbeitern zu tun gehabt. Da sich dennoch nichts tat, hat der Stadtverein-Chef mit Beschwerde beim Telekom-Aufsichtsrat und rechtlichen Schritten gedroht. Schließlich sei ein Vertrag einzuhalten zwischen dem Reisecenter-Betreiber Stadtverein und der Deutschen Bahn, laut dem in Weißwasser ab dem 1. Juli die Tickets verkauft werden sollen. Beide Seiten hätten Einnahmeverluste. Nun soll aber am Samstag endlich der Techniker kommen.


Zuschuss vom Zvon

Freundlich und um Verständnis werbend erklärt nun also Gundula Weishaupt den Kunden, warum sie zurzeit nur Karten für Fahrten innerhalb des Zvon-Verbandsgebietes in den Landkreisen Görlitz und Bautzen bekommen können. Dabei merkt man ihr Erfahrung mit Kunden und Beratungskompetenz an. Bei ihrem alten Arbeitgeber habe sie viel Umgang mit Menschen gehabt. Als sie von Bekannten hörte, dass der Stadtverein für seinen Reisecenter jemanden sucht, bewarb sie sich.
Im Bewerbungsgespräch überzeugte sich Frank Schwarzkopf dann davon, dass die Weißwasseranerin alle geforderten Qualitäten mitbringt. Kontaktfreudig und kundenorientiert sollte die neue Kollegin sein, belastbar und einsatzfreudig, gelassen auch im Umgang mit Fahrgästen, die auf Krawall gebürstet sind. Hier könne sie sehr von der Erfahrung Angelika Bläcks profitieren, die sie einarbeitet und ihr auch künftig stundenweise zur Seite steht.
Angelika Bläck hat mittlerweile ihren Frieden gemacht mit der Situation, wie sie jetzt ist. Schon frustrierend sei es gewesen, das DB-Reisecenter aus finanziellen Gründen nicht mehr selbst weiterführen zu können. Die zwei Prozent Provision, die sie zuletzt pro verkaufter Karte von der Deutschen Bahn bekam, reichten ihr einfach nicht mehr.
Mehr bekommt vorläufig auch der Stadtverein nicht, so Frank Schwarzkopf. Anders als Angelika Bläck jedoch erhält der neue Reisecenter-Betreiber einen Zuschuss vom Zvon (Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien). Dort habe man die Bedeutung des Fahrkartenverkaufs in Weißwasser nunmehr erkannt und sich gesprächsbereit gezeigt. Immerhin seien in der Region in den vergangenen Jahren mehr Karten für Züge und Busse verkauft worden, obwohl die Bevölkerungszahl gesunken ist. Es sei, fährt Schwarzkopf fort, längst auch politischer Wille, den Bahnreiseverkehr in einer ländlichen Region mit vielen Geringverdienern und einer immer älter werdenden Bevölkerung zu stärken. Dieser politische Wille sei auch an den Zvon herangetragen worden, nachdem das drohende Aus für das Reisecenter in Weißwasser öffentlich wurde. Unter anderem sprachen Abgeordnete aus Bundes- und Landtag beim Zvon-Geschäftsführer vor.


Schulung bei der Bahn

Zusätzliche Einnahmen bescheren soll dem Reisecenter auch ein erweitertes Angebot. Neben Süßigkeiten und Getränken soll es im umgestalteten Bahnhofsgebäude auch einen Imbiss geben. Schwarzkopf rechnet 2017 damit. Aus Kundensicht begrüßenswert sei außerdem, dass dann Reisecenter und Tourismusinfo im Bahnhofsgebäude direkt nebeneinanderliegen. Tür an Tür. "Vielleicht lassen wir die Tür sogar weg", sagt Schwarzkopf. Im Bedarfsfall könne Simone Linke von der Touri im Reisecenter aushelfen. Neben Gundula Weishaupt ist deshalb vorsorglich auch Simone Linke kürzlich von der Deutschen Bahn in Sachen Tarif-Angebote geschult worden.                                                                                      Daniel Preikschat

Schwarz-Weiß im Reisecenter                                                                                   09. Juli 2015

Die neue Kraft im Bahnhofs-Reisecenter heißt nun also Gundula Weishaupt. Stadtvereinsvorsitzender Frank Schwarzkopf, versichert, dass der Name keine Rolle gespielt hat bei der Bewerber-Auswahl. Auch wenn die Kombination Schwarzkopf-Weishaupt wirklich zu schön ist. Gerade, wenn man bedenkt, dass ja auch noch Frau Bläck in dem Reisecenter in Weißwasser arbeitet. Das Schwarz-weiß in den Namen scheint die Verbundenheit im Team zum Ausdruck bringen zu wollen und könnte glatt das Markenzeichen für die Bahnticket-Verkaufsstelle werden. Dabei können die Kunden ganz beruhigt sein: Die Kollegen sind alles andere als farblos und das Angebot bunt und farbig.


 

 
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